F: Unsere Marke ist auf vegane Hautpflege spezialisiert, und wir wollten schon lange auf Papierverpackungen umsteigen, um die Umwelt zu schonen. Bei der Testproduktion stießen wir jedoch auf ein großes Problem: Unsere Lippenbalsame und Deosprays werden im Heißgießverfahren hergestellt. Sobald das flüssige Produkt eingefüllt wird, läuft es durch die Spalten am Boden der Papierhülsen aus, bevor es abkühlen und fest werden kann. Dadurch werden nicht nur teure Rohstoffe verschwendet, sondern die Hülsen verschmutzen auch mit Ölflecken. Woran liegt das genau? Gibt es eine Lösung?
A: Das ist ein sehr häufiges Problem bei individuellen Kosmetikverpackungen. Es handelt sich dabei um eine physikalische Beschränkung, die viele Marken beim Übergang von Kunststoffverpackungen zu reinen Papierverpackungen gerne übersehen.
Warum können herkömmliche Papierverpackungen heiß abgefüllte Produkte nicht „halten“.
In unseren Verpackungsproduktionsanlagen beobachten wir häufig, dass Kunden ihre bestehenden, für Kunststofftuben entwickelten Rezepturen in Papiertuben pressen – mit katastrophalen Folgen. Papier ist im Allgemeinen sehr saugfähig, hauptsächlich aus zwei Gründen:
1.
Materialeigenschaftenkonflikt: Papierhülsen bestehen im Wesentlichen aus Fasern. Standardmäßige Industrieklebstoffe erweichen bei hohen Temperaturen schnell, und die Zwischenräume zwischen den Fasern erzeugen unter thermischer Belastung Kapillarwirkung, wodurch Öle sofort eindringen können.
2.
Probleme mit der strukturellen Toleranz: Viele Fabriken legen beim Verschließen des Bodens von Papierröhren einfach eine runde Papierscheibe ein, ohne die Fließeigenschaften heißer Flüssigkeiten oder den Druck durch mögliche Leckagen zu berücksichtigen.
Um das Problem des Lecks am Boden während der Heißabfüllung vollständig zu lösen, reicht eine einfache Abdichtung nicht aus; eine umfassende Verbesserung sowohl der Struktur als auch der Materialien ist unerlässlich:
Erste Verteidigungslinie: Hitzebeständige Beschichtung der Innenwand. Die geschmolzene Paste darf nicht direkt mit den Papierfasern in Berührung kommen. Daher wird die Innenwand der Papierhülse mit einer lebensmittelechten, hitzebeständigen Beschichtung aus pflanzenbasiertem PLA oder hochtemperaturbeständigem PE beschichtet. Diese Beschichtung bildet eine dichte Barriere, die der Abfüllung bei 80–100 °C standhält und nach dem Abkühlen der Paste optimale Trenneigenschaften gewährleistet. So lässt sich die Paste beim Gebrauch leicht dosieren und klebt nicht an der Hülsenwand.
Zweite Verteidigungslinie: Extrusionsversiegelung mit hoher Dichte. Dies ist die wichtigste physische Schutzmaßnahme. Herkömmliche Papiereinlagen sind hier zum Scheitern verurteilt. Wir verwenden ein Stanz- und Extrusionsversiegelungsverfahren mit hoher Dichte und Präzisionsanlagen, um die Toleranz zwischen Boden und Innendurchmesser der Tubenwand auf 0,1 Millimeter genau zu kontrollieren. Bei Lippenstift- oder Deodorant-Tuben mit Druckverschluss ist für die Auslaufsicherheit am Boden typischerweise eine Papierbodenstärke von 5–6 mm erforderlich. Durch die Kontrolle der Pastentemperatur – in der Regel zwischen 60 und 80 Grad Celsius – wird zudem absolute Dichtigkeit gewährleistet.
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